Mögliche antiemetische Wirkung von Ingwer nach Zytostatikatherapie

Schmidt M., Pail E., Fattinger E.

Viele Patienten, die eine Zytostatikatherapie erhalten, leiden an Übelkeit und Erbrechen. Dies führt zu einem Verlust an Lebensqualität sowie zu hohen Kosten für benötigte, pharmazeutische Antiemetika. Eine kostengünstige Alternative dazu wäre Ingwer, dem eine antiemetische Wirkung nachgesagt wird. 

Die Verfasserin hat eine zusammenfassende Arbeit erstellt, die die Effizienz von Ingwer in bereits durchgeführten Studien verglichen. Sieben Studien stimmten mit den Einschlusskriterien überein und wurden überprüft. Drei da­von wurden an Tieren durchgeführt und sie alle kamen zu dem Ergebnis, dass Ingwer sich positiv auf Übelkeit bzw. Erbrechen nach Zytostatikagabe auswirkt. Von den vier an Menschen durchgeführten Studien kam lediglich eine zu dem Ergebnis, dass Ingwergabe zu einer signifikanten Verminderung der Schwere von Übelkeit führt. Jedoch wurde Ingwer in einer Studie wirk­samer als das Antiemetikum Metoclopramid beurteilt. 

Zusammengefasst gesagt, kann die positive Auswirkung von Ingwer auf Übelkeit und Erbrechen bei Zytostatikagabe, wie sie sich in Tierversuchen zeigte, nicht zu 100% auf den Menschen umgelegt werden. Weitere Forschung in diesem Bereich ist noch notwendig, da die vorliegenden Studien mangelhaft sind. Nach derzeitigem Wissensstand existiert keine Evidenz Ingwer in die Ernährungstherapie bei Übelkeit und Erbrechen nach Zytostatikatherapie einzuschließen.

Diese Bakkalaureatsarbeit wurde im Zuge des Studiums Diätologie an der FH JOANNEUM Bad Gleichenberg erstellt.